Hochwasserschutz, Hitzemaßnahmen oder neue Raumplanungskonzepte sollen Gemeinden widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels machen. Doch was einer Region hilft, kann für andere Nachteile mit sich bringen. Gleichzeitig setzen Planer*innen zunehmend auf datenbasierte Analysen und Künstliche Intelligenz – obwohl bekannt ist, dass KI-Systeme gesellschaftliche Ungleichheiten verstärken können.
Das #ConnectingMinds-Projekt „ADJUST“ geht deshalb einer zentralen Frage nach: Wie kann Klimaanpassung gerecht gestaltet werden, wenn KI zunehmend Planung, Beteiligung und politische Entscheidungsprozesse mitprägt?
Unterschiede fairer berücksichtigen
Dafür bringt ADJUST Forschende aus Raumplanung, Bevölkerungsforschung und raumbezogener KI (GeoAI) mit Praktiker*innen zusammen. Gemeinsam untersuchen sie, wie demografischer Wandel, regionale Unterschiede und mögliche Verzerrungen in Daten und KI-Agenten Anpassungsentscheidungen beeinflussen. Konkret untersucht das Projekt, wie unterschiedliche Bevölkerungsgruppen von Hitze betroffen sind, welche
Anpassungsmöglichkeiten ihnen zur Verfügung stehen und wie KI-gestützte Modelle diese Unterschiede fairer berücksichtigen können.
Grundlagenforschung zu raumbezogener KI
„ADJUST ist nicht nur ein Projekt zur gerechten und nachhaltigen Klimaanpassung, sondern leistet auch Grundlagenforschung zu raumbezogener KI. Konkret verbindet ADJUST KI-Forschung mit Raumplanung sowie Bevölkerungs- und Migrationsforschung. Gemeinsam mit unseren Praxisakteur*innen untersuchen wir, wie KI Orte und Bevölkerungsgruppen sowie deren lokale und translokale Perspektiven repräsentiert und wie sie unterschiedliche regionale Lebensrealitäten besser abbilden kann, statt bestehende Ungleichheiten weiter zu zementieren“, erläutert Krzysztof Janowicz, Projektkoordinator und Mitglied des „Data Science“-Netzwerks der Universität Wien.
Ziel ist die Entwicklung eines neuen Gerechtigkeitsrahmens für die Klimaanpassung in Österreich. Damit sollen Entscheidungsträger*innen dabei unterstützt werden, Maßnahmen zu entwickeln, die nicht nur klimaresilient, sondern auch gesellschaftlich akzeptiert, fair und verantwortungsvoll im Umgang mit KI sind.
Über das Projekt
- Projekttitel: Adaptation for Just and Sustainable Transitions (ADJUST)
- Koordination: Krzysztof Janowicz, Institut für Geographie und Regionalforschung der Universität Wien
- Konsortiumsmitglieder und Partnerforschungsstätten: Meike Levin-Keitel, Patrick Sakdapolrak (beide Universität Wien)
- Praxisakteur:innen: DIALOGPLUS, Stadt-Umland-Management (SUM) Vienna, Planning Office Modul 5
- Bewilligungssumme: 1,2 Millionen Euro
- Projektlaufzeit: 5 Jahre
