Chaos und Risiken für die Erde durch Kometenströme

17.06.2020

Der Stern Gliese 710 wird auf seinem Weg in Richtung Sonnensystem die Oort’sche Wolke durchqueren. Ein neues FWF-Projekt unter der Leitung der Astrophysikerin Elke Pilat-Lohinger untersucht die erhöhte Kollisionswahrscheinlichkeit von Kometen mit der Erde.

Die europäische Weltraummission GAIA hat gezeigt, dass sich ein Stern (Gliese 710) in Richtung Sonnensystem bewegt und dabei in rund 1,3 Millionen Jahren die Oort’sche Wolke durchqueren wird.  Es ist anzunehmen, dass dieser stellare Fly-by Kometenströme in Richtung Sonne entfacht, die die Wahrscheinlichkeit von Kollisionen auf der Erde signifikant erhöhen.

M-Sterne und Braune Zwerge

Bei der Sterndurchmusterung von GAIA waren die kleinen M-Sterne nicht beobachtet worden, diese sind aber in Sonnenumgebung mit rund 90 Prozent bei weitem in der Mehrzahl. "Daher wollen wir analysieren, ob kleinere Objekte wie M-Sterne und Braune Zwerge - wenn sie dem Sonnensystem nahe kommen - das Impaktrisiko auf der Erde erhöhen können", erklärt Elke Pilat-Lohinger vom Institut für Astrophysik, die das FWF-Projekt leitet.

„Unser Projektteam simuliert und analysiert im Rahmen des neuen Projektes das Chaos, das durch den stellaren Fly-by im äußeren Sonnensystem entsteht. Dabei sehen wir uns auch an, welchen Einfluss die Gasplaneten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun haben“, sagt die Projektleiterin.

Kollisionen von Kometen und Asteroiden

Untersucht wird auch das Zusammenspiel von gravitativen Störungen und Kollisionen von Planetesimalen, also Kometen und Asteroiden. „Und wir prüfen, ob die bisweilen unentdeckten kleineren Asteroiden, die erst mittels Large Synoptic Survey Teleskop LSST beobachtet werden können, zusätzlich die Kollisionswahrscheinlichkeit auf der Erde beeinflussen“, so Pilat-Lohinger. Bei der Sterndurchmusterung von GAIA waren die kleinen M-Sterne nicht beobachtet worden, diese sind aber in Sonnenumgebung mit rund 90 Prozent bei weitem in der Mehrzahl. "Daher wollen wir analysieren, ob kleinere Objekte wie M-Sterne und Braune Zwerge - wenn sie dem Sonnensystem nahe kommen - das Impaktrisiko auf der Erde erhöhen können", erklärt die Projektleiterin.

 

Zum Projekt

  • Projekttitel: Chaos und Risiken für die Erde durch stellare Vorbeigänge
  • Fördergeber: FWF, Laufzeit 3 Jahre
  • Projektteam: Das österreichische Projektteam ist eng vernetzt in internationalen Forschungspartnerschaften mit Kollegen in Abu Dhabi, Deutschland, Frankreich, Griechenland und den USA und besteht aus:
    • Dr. Elke Pilat-Lohinger (PI und Expertin für Dynamik von Kometen/Asteroiden und chaotischeBewegung)  www.univie.ac.at/adg/pilat-lohinger
    • Dr. Thomas I. Maindl (Co-I und Experte für Kollisionsphänomene von Kometen/Asteroiden und Highperformance Computing)  homepage.univie.ac.at/thomas.maindl
    • Birgit Loibnegger, MSc (Dynamik von Kometen) Maximilian Zimmermann, BSc (Programmierung und Parallelisierung)
    • Maximilian Zimmermann, BSc (Programmierung und Parallelisierung)

  • Links




Der Stern Gliese 710 wird auf seinem Weg in Richtung Sonnensystem die Oort’sche Wolke durchqueren. Ein neues FWF-Projekt untersucht die erhöhte Kollisionswahrscheinlichkeit von Kometen mit der Erde.
Elke Pilat-Lohinger vom Institut für Astrophysik leitet das FWF-Projekt "Chaos und Risiken für die Erde durch stellare Vorbeigänge".