Ida Pfeiffer Professur

Die Ida Pfeiffer Professur der Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie unterstützt die Mission der Fakultät, Spitzenleistungen in Forschung und Lehre für die Nachhaltigkeit des Planeten Erde zu leisten. Seit 2018 lädt die Fakultät für jeweils ein Semester hochkarätige Wissenschafter*innen ein, um in gemeinsamen Forschungs- und Lehrprojekten als Katalysator für die vielfältigen Forschungsthemen der Fakultät zu fungieren.


Ida Pfeiffer Professor*innen an der Fakultät

2020


Im Sommersemester 2020 waren die Humangeographin Heike Egner sowie der Paläobiologe Adam Tomašových als Ida Pfeiffer Professor/in an der Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie.

Heike Egner ist Humangeographin und beschäftigt sich mit Fragen zu Gesellschaft-Natur und Mensch-Umwelt. Sie forschte und lehrte an den Universitäten Mainz, Frankfurt am Main, Kassel, München, Innsbruck, Wien und Klagenfurt. Im Rahmen der Ida Pfeiffer Gastprofessur vertiefte sie unter anderem ihre Forschungen zum Anthropozän.

[Zum Interview: „Wir leben längst im Anthropozän“]

Adam Tomašových ist Paläobiologe mit den Schwerpunkten Paläoökologie, Taphonomie, Paläobiogeographie und Paläobiologischer Umweltschutz von Meeresbenthosgemeinschaften im Mesozoikum-Känozoikum und im Holozän-Anthropozän. Er promovierte 2006 an der Universität Würzburg. Von 2006 bis 2011 arbeitete er als Postdoc an der University of Chicago. Seit 2011 ist er am Earth Science Institute der Slowakischen Akademie der Wissenschaften angestellt. Im Sommersemester 2020 hielt er im Rahmen der Ida Pfeiffer Professur Vorlesungen über stratigraphische Paläoökologie und spezielle Paläoökologie und organisierte einen aktuopaläontologischen Kurs und das Paläontologieseminar mit.

[Zum Artikel: Der Meeresgrund und die Korbmuschel]


2019


Im Sommersemester 2019 waren der Astrophysiker Dan Whalen vom Institute of Cosmology and Gravitation, Portsmouth sowie der Geologe Oscar Fernandez Bellon als Ida Pfeiffer Professoren an der Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie.

Oscar Fernandez Bellon, Strukturgeologe mit einem breiten Interessens-Spektrum, war nach seiner Promotion an der Universitat de Barcelona (Spanien) 15 Jahre in der Ölindustrie tätig; dabei aber auch stetig auch in der universitären und außeruniversitären Forschung aktiv. Im Rahmen des Studiums Erdwissenschaften trug er im Sommersemester 2019 unter anderem zu Erdöl, Kohle und molekulare Fossilien vor.

[Zum Interview auf Englisch]

Der Astrophysiker Daniel Whalen promovierte in Physik an der University of Illinois, Urbana-Champaign. Er war McWilliam Fellow in Kosmologie an der Carnegie Mellon University, bevor er 2014 stellvertretender Forschungsgruppenleiter am Institut für Theoretische Astrophysik der Universität Heidelberg wurde. Im Jahr 2016 trat er in die Fakultät des Instituts für Kosmologie und Gravitation an der Universität Portsmouth ein.  Seine Forschungsinteressen umfassen die ersten Sterne und supermassiven Schwarzen Löcher und wie sich Wasser in den frühesten Galaxien bildete und später zum Erscheinen von Leben im Universum führte.

[Zum Artikel auf Englisch]


2018


Im Jahr 2018 waren der Geograph Gareth Clay von der University of Manchester sowie Georg Feulner vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung als Ida Pfeiffer Professoren an der Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie.

Sommer bis Herbst 2018 war der Geograph Gareth Clay von der University of Manchester als Ida Pfeiffer Professor an der Fakultät. Im Interview erklärte er, wie er seine Forschungen von Mooren auf alle Arten von Ökosystemen ausdehnte, warum Waldbrände in Österreich ein Thema sein könnten und was Student*innen in seinen Kursen erwarten dürfen.

[Zum Interview auf Englisch]

Georg Feulner vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung war im Sommersemester 2018 als Ida Pfeiffer Professor an der Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie tätig. Im Interview schilderte er seine Schwerpunkte in Forschung und Lehre.

[Zum Interview]


Zur Person Ida Pfeiffer

Die Ida Pfeiffer Professur der Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie ehrt eine der ersten weiblichen "Explorers", die auf einzigartige Weise zur geographischen wie auch ethnographischen Forschung in der Mitte des 19. Jahrhunderts beigetragen hat. Die Wienerin Ida Pfeiffer (1797-1858) widmete ihre zweite Lebenshälfte dem Reisen in fremde Länder und unternahm selbstständig und mit geringer finanzieller Unterstützung fünf Expeditionen, darunter zwei Weltreisen - angetrieben aus purer Neugier und persönlichem Interesse. Von ihren Reisen brachte Pfeiffer neue Einblicke in fremde Kulturen mit, ethnologische und geographische Beobachtungen sowie umfassende Sammlungen von Pflanzen, Tieren wie Insekten, Mineralien und Ethnographika.

Als eine hingebungsvolle Reisende und international anerkannte Reiseschriftstellerin repräsentiert Pfeiffer bestens den Geist unserer "Faculty for Exploration" - beide verbindet das Engagement, fremde oder sogar unbekannte Territorien unseres Planeten zu erkunden. Pfeiffers umfassende Reiseberichte, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden, brachten der frühen Entdeckerin internationale Aufmerksamkeit eines breiten Publikums ein. Sie wurde zudem von den zwei Geographen Alexander von Humboldt und Carl Ritter höchst resepktiert.

Pfeiffer mag aufgrund ihres Geschlechts die Möglichkeit, eine akademische Position zu bekleiden, zu Lebzeiten verwehrt geblieben sein. Doch heute wäre sie eine perfekte Vertreterin unserer Fakultät und ihres Bestrebens, den Kosmos, die Erde, die Umwelt und die Anthroposphäre in einem größeren Detail zu untersuchen, disziplinäre und geographische Grenzen zu überschreiten und das Wissen mit anderen Interessensgruppen zu teilen.

Porträt der Reiseschriftstellerin Ida Pfeiffer

Porträt der Reiseschriftstellerin Ida Pfeiffer (1797–1858), publiziert 1861 (Quelle: Wikipedia, hdl.loc.gov/loc.pnp/cph.3c08109, Library of Congress, Public Domain)

Ida Pfeiffer im Porträt

Das Leben der Reisepionierin im Porträt der Süddeutschen Zeitung: "Mein Fleisch wird ihnen schon zu alt sein".