Neue Core Facility: Ökosystem-Forschung in Feuchtgebieten

01.10.2020

Moore und allgemein Feuchtgebiete sind wichtige Kohlenstoffsenken – zumindest noch. Die neue Core Facility "Long Term Wetland Ecosystem Research” (LTWER), die Anfang Oktober am Institut für Geographie und Regionalforschung offiziell eröffnet wird, untersucht künftig am Neusiedler See und dem Pürgschachen Moor u.a. den Kohlenstoff- und Wasserkreislauf.

Für die Wissenschaft, aber auch für die Gesellschaft ist der Ausbau der Forschungsinfrastruktur für die Analyse von Ökosystemprozessen in Mooren und Feuchtgebieten von großer Bedeutung: „Feuchtgebiete sind die wichtigsten Kohlenstoffsenken der Welt – und sie können bei fehlgeleitetem Management zu den wichtigsten Kohlenstoffquellen werden", erklärt Stephan Glatzel, Leiter der neuen Core Facility "Long Term Wetland Ecosystem Research“ und Professor am Institut für Geographie und Raumforschung der Universität Wien. Mit der neuen Core Facility wolle LTWER einen Beitrag zu den Lösungen der großen Fragen der Zukunft leisten, so Glatzel.

Kohlenstoff- und Wasserkreislauf

Die Core Facility konzentriert sich auf die Erforschung von Ökosystemprozessen und insbesondere dem Kohlenstoff- und Wasserkreislauf im Schilfgürtel des Neusiedler Sees und im alpinen ombrotrophen Moor Pürgschachen. Damit bildet LTWER das Fundament für eine langfristige Untersuchung in diesen gut instrumentierten Feuchtgebietsstandorten. Ein mobiles Messgerät zur Bestimmung der Kohlenstoff-Isotopie in Gasen ergänzt die permanenten Standortmessungen und ermöglicht Einsicht in biogeochemische Prozesse im Kohlenstoffkreislauf.

Langfristige Umwelt- und Ökosystemforschung

„Die LTWER Core Facility unterstreicht auch den Beitrag der Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie und des Instituts für Geographie und Regionalforschung im nationalen und internationalen LTER Netzwerk sowie allgemein zur Umwelt- und Ökosystemforschung“, betont LTWER-Leiter Glatzel.

„Dabei freuen wir uns insbesondere auch auf erfolgreiche Kooperationen innerhalb der Fakultät, Universität und darüber hinaus“, so Andreas Maier, Vize-Leiter LTWER. Kooperationen und Unterstützung hätten allerdings auch im Vorfeld schon eine tragende Rolle gespielt: So wäre die Core Facility ohne die aktive Unterstützung durch Vizerektorin Regina Hitzenberger, Dekanin Petra Heinz sowie die Leitung des Instituts für Geographie und Regionalforschung der Universität Wien nicht möglich gewesen, erklärt Maier, aber auch zahlreiche Wissenschafter*innen und Unterstützer*innen der Universität Wien hätten dazu beigetragen: „Unser Dank geht hier insbesondere auch an Manfred Dorninger, Christian Griebler, Leopold Haimberger, Thilo Hofmann, Michael Schagerl, Michael Wagreich, Bernadett Weinzierl und Karin Mayer sowie an das Dekanat der Fakultät“, so der Vize-Leiter.

Eröffnung wird nachgeholt

Die geplante feierliche Eröffnung in großem Rahmen musste coronabedingt leider auf nächstes Jahr verschoben werden: „Wir freuen uns jedoch schon darauf, diesen Termin im nächsten Jahr mit dem großen Netzwerk an Unterstützer*innen und Kooperationspartner*innen nachzuholen“, so Glatzel.

Mehr unter https://wetlands.univie.ac.at

Die neue Core Facility LTWER untersucht am Neusiedler See und dem Pürgschachen Moor (im Bild der dortige Eddy-Covariance Messturm) unter anderem den Kohlenstoff- und Wasserkreislauf. © Simon Drollinger/Universität Wien
Zusätzlich zu den permanenten Standortmessungen kann über ein mobiles Messgerät die Kohlenstoff-Isotopie in Gasen bestimmt werden. Im Bild das Messgerät während während einer Feldkampagne 2019 im Pürgschachen Moor. © Maier Andreas/Universität Wien
„Feuchtgebiete sind die wichtigsten Kohlenstoffsenken der Welt – und sie können bei fehlgeleitetem Management zu den wichtigsten Kohlenstoffquellen werden", erklärt Stephan Glatzel, Leiter der neuen Core Facility am Institut für Geographie und Regionalforschung. © Barbara Mair/Universität Wien