VISESS: Erste Studierende an neuer Doktoratsschule gestartet

20.05.2021

Das Interesse an der Vienna International School of Space and Earth Sciences war auch international groß. Im Zuge des Auswahlprozesses wurden drei Fellowships vergeben.

Im Herbst 2020 startete die neue Doktoratsschule "Vienna International School of Space and Earth Sciences" (VISESS) der Universität Wien mit ihrer ersten Ausschreibung – und das Interesse war beachtlich: 476 Bewerbungen aus insgesamt 64 Ländern langten bis Mitte November ein.

Die meisten der insgesamt ausgeschriebenen 18 Stellen konnten bis Ende Februar auch bereits fix mit den Erstgereihten des Bewerbungsverfahrens besetzt werden: „Wir freuen uns daher sehr, nun im Frühling bereits die ersten neuen VISESS-Doktorand*innen bei uns begrüßen zu dürfen“, sagt VISESS-Direktor Franz Kerschbaum. Das große Interesse an der jungen Schule an der Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie zeige deutlich, dass die Universität Wien sowie die Fakultät international gut positioniert seien: „Damit sind wir unserem Ziel, die Doktoratsschule zu einem zentralen Ort im Herzen Europas in Bezug auf die Ausbildung und das Wissen über unseren Platz in Raum und Zeit zu machen, schon einen guten Schritt näher", so Kerschbaum.

Drei Fellowships: Von COVID-19 bis zu den Kugelsternhaufen

Die international ausgerichtete Schule bietet eine breit gefächerte Ausbildung in den Bereichen Erdwissenschaften, Geographie sowie Astronomie in den Zweigen "Kosmos", "Erde" und "Anthroposphäre". In jedem dieser Zweige wurde im Zuge des Auswahlverfahrens auch ein Fellowship an besonders erfolgversprechende Kandidat*innen vergeben. „Zusätzlich zu den zahlreichen interessanten Dissertationsprojekten, die über universitäre Stellen oder Drittmittelprojekte finanziert sind, möchte VISESS dadurch auch aktiv den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern“, erklärt Michaela Trippl, Leiterin des Zweiges „Anthroposphäre“.

Das Fellowship für ihren Zweig ging heuer an Leonhard Lemke. Der Geograph wird in seiner Dissertation vergleichen, ob und inwieweit die COVID-19-Pandemie in ländlichen Bereichen – konkret in Österreich und Thailand – als Katalysator für Transformation wirkte. Barbara Potočnik Kranjc – Fellow im VISESS-Zweig „Erde“ – wird die Sulfid-Verwitterung in Arsen- und Antimon-extremer Umgebung untersuchen. Und Laurane Fréour, die das Fellowship im Bereich "Kosmos" gewann, erforscht im Rahmen ihrer Dissertation multiple Sternpopulationen in Kugelsternhaufen.

Hochkarätige wissenschaftliche Arbeiten

„Auf hochkarätige wissenschaftliche Arbeiten freuen wir uns aber jedenfalls auch bei den 15 voll finanzierten Projekten, die von unseren Supervisor*innen in die neue Schule eingebracht wurden“, sagt Glenn van de Ven, Leiter des Bereichs „Kosmos“. Bei der Liste der Projekte zeigt sich die große Bandbreite der Schule – die Themen reichen von den Veränderungen von tropischen Regenfällen über die Zusammenhänge von Umweltveränderung und Migration bis hin zur Simulation der „dunklen Seite des Universums".


Fachliche Breite verbinden

Petra Heinz, Dekanin der Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie: "Die Doktoratsschule schafft es ganz hervorragend, die Diversität unserer Fakultät durch diese drei Zweige zu reflektieren und gleichzeitig unsere fachliche Breite zu verbinden. Ich freue mich daher sehr darüber, dass ein so engagiertes Leitungsteam unsere Doktoratsausbildung auf neue und noch breitere Beine gestellt hat."

Lebendige Gemeinschaft

Neben der disziplinären Ausbildung in den drei Zweigen bietet die Schule künftig auch Workshops, Seminare, Hop-overs und Sommerschulen, um eine lebendige Gemeinschaft aufzubauen. Geplant sind auch Trainings für die Erstellung von Projektanträgen oder für wissenschaftliche Führungskräfte. Projekt- und Eventmanagement wird zudem quasi "on the job" vermittelt, da auch die "Big Picture"-Vortragsreihe künftig von den Studierenden organisiert wird. Das Eröffnungsevent der Big-Picture-Serie, der Vortrag von Nobelpreisträger Didier Queloz zum Thema der Exoplanetenforschung, musste allerdings aufgrund von COVID-19 auf den Herbst 2021 verschoben werden.

Doktoratsschulen haben sich als Erfolgsmodelle für die Organisation der Doktoratsausbildungen an europäischen Universitäten etabliert und dienen der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Auch für die Universität Wien sind sie ein weiterer Meilenstein zur Wahrnehmung als international attraktives Forschungszentrum. VISESS eröffnete im Herbst als erste von 14 neuen Doktoratsschulen.

Die neue Doktoratsschule VISESS verbindet die Bereiche Erde, Anthroposphäre und Kosmos. Foto: (C) Sebastian Voltmer, www.weltraum.com  |  Insta: @sebastianvoltmer
Die neue Doktoratsschule VISESS verbindet die Bereiche Erde, Anthroposphäre und Kosmos. Foto: (C) Sebastian Voltmer, www.weltraum.com | Insta: @sebastianvoltmer
VISESS-Direktor Franz Kerschbaum.  Foto: (C) VISESS
Der erste Call und auch der Auswahlprozess verliefen ausgesprochen erfolgreich, freut sich VISESS-Direktor Franz Kerschbaum. Foto: (C) VISESS, Universität Wien
Michaela Trippl, Leiterin des Zweiges „Anthroposphäre“. Foto: Universität Wien
Im Zuge des Auswahlverfahrens wurden auch drei Fellowships vergeben: „Zusätzlich zu den zahlreichen interessanten Dissertationsprojekten, die über universitäre Stellen oder Drittmittelprojekte finanziert sind, möchte VISESS dadurch auch aktiv den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern“, erklärt Michaela Trippl, Leiterin des Zweiges „Anthroposphäre“. Foto: Universität Wien
Petra Heinz, Dekanin der Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie: "Die Doktoratsschule schafft es ganz hervorragend, die Diversität unserer Fakultät durch diese drei Zweige zu reflektieren und gleichzeitig unsere fachliche Breite zu verbinden.